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Rede am «Tag der Schweizer Nahrungsmittel-Industrie 2006» (31. August 2006)

Die Schweizer Nahrungsmittel-Industrie heute: Standortbestimmung und Perspektiven

Sehr geehrte Frau Bundesrätin,
Sehr geehrte Gäste aus Politik, Verwaltung und uns nahe stehenden Organisationen,
Werte Medienschaffende, Liebe Vertreterinnen und Vertreter unserer 200 Firmen der Schweizer Nahrungsmittel-Industrie aus nicht weniger als 16 Branchen mit über 33'000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von mehr als 15 Milliarden Franken,

Ich heisse Sie herzlich zum "Tag der Schweizer Nahrungsmittel-Industrie" willkommen und freue mich mit Ihnen, dass die Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes, Frau Bundesrätin Leuthard, uns die Ehre ihrer Anwesenheit erweist. Entschuldigen Sie die Schlitzohrigkeit, mit der ich die Repräsentantinnen und Repräsentanten der Schweizer Nahrungsmittel-Industrie begrüsste. Ich wollte damit auf die wirtschaftliche Bedeutung einerseits und auf die Vielfalt unseres Wirtschaftszweiges andererseits hinweisen.

In der Einladung zum "Tag der Schweizer Nahrungsmittel-Industrie" haben wir nicht optisch, sondern mit Worten aus der Feder von Franz Josef Strauss ein Bild gezeichnet. Sie sehen vor sich einen fahrenden Zug. Die eine wichtige Weiche ist falsch gestellt. Alle Stationen, welche der Zug in der Folge anfährt, sind deshalb ebenso falsch.

Gemeint ist mit diesem Bild vorab eine Frage. Ist es so, dass die Nahrungsmittel-Industrie heute vor derje-nigen zentralen Weiche steht, deren richtige Stellung entscheidend ist für das Erreichen der einzig mögli-chen Zukunft nämlich des langfristig gesicherten wirtschaftlichen Erfolges? Muss überhaupt eine Weiche gestellt werden? Reicht es nicht, wenn wir auf dem bisherigen Geleise bleiben? Ich weiss, dass das "So-weitermachen-wie bisher" nicht wenige als das Richtige beurteilen. Wieso etwas anderes tun, wenn das Bisherige doch einigermassen geklappt hat?

Sie wissen, dass ich eine andere Position vertrete. Meine Beurteilung unterscheidet sich. Grund ist vorab der Umstand, dass im europäischen und weltweiten Umfeld Veränderungen im Gange sind, auf die nicht zu reagieren und zwar nicht irgendwann in der Zukunft, sondern jetzt gefährlich, sehr gefährlich ist. Reagieren wir nämlich nicht, kann der Zug schon bald so abgefahren sein, dass auch spätere Weichenstellungen ihn nicht mehr auf das richtige Geleise zu bringen vermögen. Lassen Sie mich einige Überlegungen hierzu anstellen:

Ob wir es wollen oder nicht die potentiellen Märkte für die Nahrungsmittel werden grösser und grösser. Vorbei sind die Zeiten, in denen Nahrungsmittel zur Hauptsache zuerst lokal, dann regional und schliess-lich national produziert und da auch konsumiert wurden. Vorbei auch sind die Zeiten, in denen ein Grossteil der landwirtschaftlichen Rohprodukte von den Hausfrauen vermengt, geknetet, gebacken, konserviert und wie auch immer verarbeitet wurden. Die Arbeit in vielen Küchen wird heute zu einem guten Teil durch be-darfsgerecht konfektionierte, vorfabrizierte, zubereitungs- oder sogar konsumbereite Produkte, die in den Firmen der Nahrungsmittel-Industrie hergestellt werden, Tag für Tag erleichtert. Das Stichwort dafür heisst "Convenience-Food". Logistik-Unternehmen, die grosse und grösste Märkte zu erschliessen in der Lage sind, erlauben, einen wesentlichen Teil dessen, was irgendwo produziert wird, auch irgendwo zu verkau-fen. Die Marktkräfte wachsen zum Teil tatsächlich, zum Teil vorerst noch latent über die Grenzen hin-aus. Die Konkurrenz ist nicht mehr nur regional oder national. Sie ist und wird es immer mehr internatio-nal.

Die Staaten des Westens stemmen sich diesen Marktkräften entgegen. Mit einer Fülle von Zahlungsströmen, Regelungen, technischen Hindernissen, Schutzbestimmungen und anderem mehr wird versucht, die nationalen Märkte abzuschotten und sie vor ausländischer Konkurrenz zu bewahren. Es be-steht die Meinung, dass so und nur so die eigene Landwirtschaft und die eigene Nahrungsmittel-Industrie erhalten werden kann. Ist diese Meinung aber nicht eine Illusion? Mit letzter Sicherheit weiss ich das selbstverständlich nicht. Was ich aber weiss, ist dass den heutigen staatlichen Bestrebungen zum Abschotten massive Kräfte und Bewegungen entgegenstehen, die das Gegenteil wollen. Es mag dies heute noch eine politische Minderheit sein. Wirtschaftliche und politische Faktoren aber, die wir alle kennen, lassen es als wahrscheinlich erscheinen, dass der Weg unausweichlich in Richtung Öffnung geht. Lassen Sie mich drei Fakten ungeschminkt, vielleicht sogar provokativ darstellen und zwar so, wie ich sie sehe. Dabei geht es nicht primär darum, wie Sie und ich diese Fakten werten. Um was es geht, ist schlicht aufzuzeigen, dass es diese Fakten gibt, und es falsch wäre, sie aus Opportunitätsgründen auszublenden und so zu tun, als ob es sie nicht gäbe:

Faktum 1: Abschottungen erfordern Geld, viel Geld Geld der Konsumentinnen und Konsumenten, Geld des Staates. Wer nun wie ich Finanzpolitik macht, kommt nicht darum herum, festzustellen, dass die internationale Standortkonkurrenz alle industrialisierten Staaten zu finanzpolitischer Zurückhaltung zwingt. Europa- und weltweit werden Steuern nur mehr selten erhöht. Steuersenkungen sind das Gebot der Stunde. Die dadurch bewirkte Knappheit staatlicher Mittel zwingt zu Fokussierungen bei der Staatstätigkeit und damit zu Verzichten und Anpassungen. Unrealistisch ist nun die Annahme, Zahlungsrahmen für Berei-che, welche die Nahrungsmittelbranche und Landwirtschaft berühren, würden für eine unabsehbare Zukunft so bleiben, wie sie heute sind. Zu viele Begehren an den Staat stehen dem entgegen. Selbst wenn die Staatsquote stabil bliebe, werden Umleitungen in wachstumsrelevante Ausgaben zumindest die realen Ausgaben für andere Aufgabenbereiche beschränken. Landwirtschaft und Nahrungsmittelbereich werden dazu gehören.

Dies auszuschliessen hiesse, bewusst Risiken in Kauf zu nehmen. Das Ausblenden möglicher Risiken aber ist das Letzte, was die Wirtschaft bei der Frage nach ihren Zukunftschancen tun darf.

Faktum 2: Die Schweiz verdankt ihren immer noch sehr hohen Wohlstand selbstverständlich den meisten von uns. Nicht zu verkennen aber ist, dass hiefür Schlüsselindustrien in hohem Masse verantwortlich sind. Solche Schlüsselindustrien (Pharma, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Uhren, Maschinen) aber sind in hohem Masse international engagiert und zeichnen sich durch eine hohe Wertschöpfung aus. Diese Teile unserer Wirtschaft verlangen und brauchen freie Märkte. Es liegt in unserem ureigensten Interesse, diesem Verlangen nachzugeben. Müssten nämlich Schlüsselbereiche ins Ausland ausweichen, hätte dies für unsere Staatsfinanzen, aber auch für unsere Sozialwerke fatale Konsequenzen. Freie Märkte aber sind nicht umsonst zu haben. Unrealistisch ist deshalb, zu meinen, man könne freie Märkte da haben, wo wir sie brauchen; Abschottungen aber dort durchsetzen, wo wir dies wünschen. Aussenwirtschaft verlangt Symmetrie oder wenn Sie dies aus geometrischen Überlegungen lieber haben Kongruenz. Dieser Er-kenntnis sich zu widersetzen, mag temporär und politisch kurzfristig sogar erfolgreich sein. Langfristig aber läuft im gesamtwirtschaftlichen Interesse oder wenn Sie dies vorziehen im Interesse der für unseren Wohlstand zentralen Industrien der Zug in Richtung Öffnung und nicht in Richtung Protektionismus.

Faktum 3: Selbst dann aber, wenn die Bremsversuche der Politik vordergründig erfolgreich wären: die Konsumentinnen und Konsumenten widersetzen sich dem durch eine Abstimmung mit den Füssen bzw. mit den Pneus ihrer Autos. Einkäufe im Ausland haben schon jetzt einen erheblichen Umfang, nämlich 2 Milliarden Franken, angenommen. Dieser wird zunehmen. Die Wege zu den Grenzen sind bei uns zu kurz, als dass die Kosten der Anfahrt hierzu die preisliche Attraktivität des Auslandes zu übersteigen vermöch-ten. Fatal aber ist, zuzulassen, die Attraktivität des Nahrungsmittelmarktes Schweiz so zu schwächen, dass weitere Teile der Kundschaft ihn verlassen.

Ein erstes Resumé:

Dass all das, was ich bisher aufgezeigt habe, so nicht kommen wird, mag man opportunistisch erhoffen. Wer in der Wirtschaft aber allein auf den Faktor Hoffnung setzt, fährt gefährlich und liegt falsch. Zwar gibt es Sicherheit das Gegenteil von Hoffen in der Wirtschaft nicht. Wirtschaftliches und politisches Denken verlangt, sich auf Situationen vorzubreiten, die eben auch möglich sind und nicht dem entsprechen, was erhofft wurde. Auf einer Wanderung erst dann an den Schirm zu denken, wenn es zu regnen begonnen hat, bewirkt Nässe. Im Markt nicht nass werden zu wollen und nicht ungeschützt im Regen der Konkurrenz stehen zu müssen, hat das zentrale Anliegen einer verantwortungsbewussten Wirtschaft zu sein und deren Handeln zu bestimmen. Man mag diese Botschaft nicht hören wollen und zwecks Vermeidung des Hören-müssens gar die Wetterprognose abstellen ewigen Sonnenschein bewirkt man damit nicht. Aus dieser Analyse sind Folgerungen zu ziehen. Ich versuche, dies zu tun:

  1. Wenn Kunden und Märkte ausfallen, sind sie zurückzuerobern. Der zentrale Handlungsbedarf besteht diesbezüglich deshalb für den Inlandmarkt: gefragt sind Preissenkungen vorab in den niederschwelli-gen und mittleren Produktsegmenten. Dies wiederum setzt zweierlei voraus:
    • Massive Senkung staatlicher Belastungen, beispielsweise von Zöllen und
    • signifikante Reduktion der Produktionskosten sowohl bei den Rohstoffen wie bei deren Verarbei-tung. Ein Weg hierzu sind grössere Märkte, erlauben doch diese Rationalisierungen. Gleiches gilt für die Strukturen der Landwirtschaft, bestehen doch auch bei diesen ausser bei der Bergland-wirtschaft Wechselwirkungen zwischen Kosten und Grösse. Die AP 2011 geht in diesem Punkte zu wenig weit.
  2. In den meisten Branchen ist das Potential des Heimmarktes für ein genügendes Wachstum ungenü-gend. In vielen Bereichen ist der Markt im wahrsten Sinn des Wortes auf kaum steigerbarem Niveau gesättigt. Das Einzige was oft zunimmt, ist die Konkurrenz durch billigere Importprodukte. Das Ziel der Nahrungsmittel-Industrie muss im Halten und im Zurückgewinnen verlorener Anteile auf dem Inland-markt sein. Die Stagnation im Inland aber zwingt zur Erschliessung von immer neuen Exportmärkten in immer zahlreicheren Produktebereichen. Nur so kann die Schweizer Nahrungsmittel-Industrie wach-sen. Für das Auslandgeschäft genügen Commodities allein nicht. Wer wie wir in der Schweiz haupt-sächlich wegen seines Wohlstandes und Lebensstandards ein höheres Kostenniveau als andere hat, muss seinen Erfolg im wertschöpfungsintensiven Bereich finden. Die Schweiz ist hierzu in der Lage. Unser Ruf ist gut, überdurchschnittlich gut. Er basiert auf Qualität, auf Originalität und auf Seriosität, auf Werten somit, die vorab im auch emotional determinierten Nahrungsmittelmarkt immer wichtiger werden. Man beobachtet denn auch eine interessante Entwicklung. Die Konsumentinnen und Konsu-menten, die im mittleren Preissegment einkaufen, nehmen ab. Zunahmen verzeichnen dagegen die Niedrig- und die Hochpreiskostensegmente. In anderen Teilen unserer Wirtschaft ist es gelungen, in-ternational auf Hochpreissegmente zu setzen. Nicht einzusehen ist, warum das der Nahrungsmittel-Industrie nicht auch gelingen sollte. Dies anzustreben aber lohnt sich. In der EU beispielsweise woh-nen seit der Osterweiterung gegen 460 Mio. Menschen. Erfahrungswerte zeigen, dass drei bis fünf Prozent hievon bereit sind, mehr oder weniger regelmässig im Hochpreissegment einzukaufen. Es sind dies 10 bis 20 Mio. potentielle Kundinnen und Kunden. Zwar ist die internationale Konkurrenz im Hochpreisbereich hoch. Eines der Ziele des heutigen Nahrungsmitteltages ist es, anhand vier konkre-ter Beispiele aufzuzeigen, dass die schweizerische Nahrungsmittel-Industrie dieser Konkurrenz ge-wachsen sein kann und auch tatsächlich gewachsen ist.
  3. Bloss gut sein aber, reicht nicht. Vorab das logistisch erschliessbare europäische Ausland muss auch tatsächlich wissen, dass wir gut sind. Unsere Herausforderung deshalb: Ein exzellentes Marke-ting für die Swissness, für das Label "Alpen", allenfalls fokussiert auf positive Gefühle heraufbeschwö-rende Gipfelnamen, für Tradition und vieles andere mehr. Nahrungsmittel-Industrie und Bund sind auf-gefordert, hiefür ein Mehreres zu tun. Bloss regionale und auf Einzelprodukte fokussierte Auftritte ge-nügen nicht. Uns muss etwas gelingen, nämlich bei allen Europäern, denen hochwertiges Essen und Trinken ein Anliegen ist, das Anliegen, das Bedürfnis, ja das Statussymbol zu schaffen, schweizerische Produkte nicht bloss kaufen und bloss essen, sondern sie geniessen zu wollen. Gewonnen haben wir, wenn immer mehr Europäer sich sagen: "Wer eine Frau oder ein Man von Welt ist, konsumiert Schweizer-Produkte". Dies ist nicht chauvinistisch oder nationalistisch gedacht. Dies ist nicht mehr und nicht weniger als das Ziel für ein erfolgreiches Top-Marketing.
  4. Marktöffnungen können auch Verlierer haben. Dies zu negieren, wäre nicht ehrlich. Die Nahrungsmit-telbranche als Ganzes kann Gegensteuer geben, dies nicht als Ausdruck einer längerfristig so oder so nicht haltenden Solidarität, sondern als Zeichen, das Swissness-Marketing auch tatsächlich ernst zu nehmen. Die Herkunft Schweiz ist nämlich auf die Länge nur dann glaubhaft, wenn mit dem Produkti-onsstandort "Schweiz" nicht geflunkert wird. Für mich müssen Schweizer Produkte ganz in der Schweiz hergestellt sein. Und dort wo es möglich ist, sollte von den Zutaten her auch möglichst viel Schweiz drin sein. Hierbei um des kurzfristigen Vorteils minimaler Kosteneinsparungen willen Kon-zessionen zu machen, ist langfristig teurer, denn einmal verlorenes Vertrauen ist das Letzte, was eine Branche sich leisten darf. Hiermit will ich nicht sagen, dass wir nur noch absolut nur aus Schweizer Rohstoffen zusammengesetzte Produkte herstellen sollen. Auch globalisiert zusammengestellte Pro-dukte können gut sein. Den Fokus aber haben wir soll unser Erfolg garantiert sein nicht hierauf, sondern auf die in sich stimmigen und bezüglich ihrer Herkunft klaren und damit bis ins Letzte glaub-würdige Produkte zu setzen, kurz auf schweizerische Produkte der schweizerischen Nahrungsmittel-Industrie.

Mit den bisherigen Ausführungen bin ich vor allem auf die Hersteller-Firmen und die von deren Manage-ment im Auge zu behaltenden Hausaufgaben eingegangen. Hausaufgaben haben aber nicht nur unsere Unternehmerinnen und Unternehmer zu erledigen. Auch wir von der fial und in den Branchenverbänden sind herausgefordert. Wir müssen trotz teilweise unterschiedlicher Ausrichtung (Stichworte dafür sind bin-nen- oder stark exportorientierte Branchen, landwirtschaftsnahe Hersteller oder von der Landwirtschaft entfernte Hersteller) im konstruktiven Dialog verbliebene Interessengegensätze überwinden und uns stell-vertretend für unsere Firmen in Verwaltung und Politik klar äussern, wohin für uns die Reise im internatio-nalen Wettbewerb gehen soll und welche rechtlichen Rahmenbedingungen wir dafür brauchen.

Die wichtigsten Anliegen der Nahrungsmittel-Industrie:

Gestatten Sie mir, dass ich stichwortartig auf einige wichtige Anliegen über anzustrebende Rahmenbedin-gungen hinweise, die für die Zukunft der Schweizer Nahrungsmittel-Industrie entscheidend sind:

  • Wir brauchen eine möglichst liberale Agrarpolitik. Wir befürworten zur Abfederung unvermeidbarer Härten zeitlich befristete Begleitmassnahmen, möchten aber, dass man bei der Zielsetzung keine retardierenden Kompromisse macht. Wir sind auch offen für eine sachgerechte Differenzierung zwischen der Berg- und der übrigen Landwirtschaft;
  • Wir sind auf eine konsequente Übernahme des EU-Lebensmittelrechtes angewiesen und fordern das. Auf Sonderregelungen, die sich für die einheimische Produktion als Handelshemmnisse aus-wirken, muss verzichtet werden. Die Bestrebungen, Produkte aus der EU, die unseren Vorschriften nicht ganz entsprechen, zuzulassen, d.h., das sogenannte "Cassis-de-Dijon-Prinzip" anzuwenden, unterstützen wir. Diese Regelung muss aber auch für Schweizer Produkte gelten, die in die EU ausgeführt werden. Alles andere liefe auf eine Diskriminierung der einheimischen Hersteller hin-aus.
  • Wir begrüssen den Abschluss eines umfassenden Freihandelsabkommens mit der EU im Agrar- und Lebensmittelbereich und sind froh, wenn die Entscheidungsgrundlagen dafür raschmöglichst bereitgestellt werden. Dabei sind binnenwirtschaftliche Besonderheiten der Schweiz durchaus ein-zubeziehen, machen doch die EU-Staaten dies mit ihren Regional- und anderen Förderungen auch.
  • Wir hoffen, dass die Sistierung der WTO-Verhandlungen von bewahrenden Kräften nicht als fal-sches Signal interpretiert wird, das sich bremsend auf die unbedingt nötige Liberalisierung im Ag-rarbereich auswirkt.

Ich bin den zuständigen Bundesbehörden und allen voran auch Frau Bundesrätin Leuthard dankbar, wenn diese Anliegen aufgenommen werden. Ich darf Sie versichern, dass auch wir innerhalb der Nahrungsmittel-Industrie unsere Hausaufgaben, soweit noch nicht erledigt, machen werden.

Ich bin stolz, Präsident dieser Nahrungsmittel-Industrie zu sein. Wenn wir es mit vereinten Kräften gut ma-chen, werden wir Erfolg haben. Um es aber gut machen zu können, braucht die Nahrungsmittelbranche angefangen von der Landwirtschaft über die gewerblichen Betriebe aller Verarbeitungsstufen bis hin zu unseren Grossfirmen eines - nämlich eine klare Perspektive. Nur wer ein Ziel hat, kann zum Ziel kommen. Dieses Ziel ist und kann nur sein eine starke, von Achtung und Vertrauen getragene Stellung vorab im europäischen Ausland. Die unausweichliche Weichenstellung hierzu ist das Thema des heutigen Tages der Schweizer Nahrungsmittel-Industrie. Wir werden die Kurve kriegen. Ich danke Ihnen.

Ständerat Rolf Schweiger, Präsident fial

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