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Meine Woche in Bern

Montag, 15. März
Noch vor kurzem meinte ich, die dritte Woche der Session sei für den Ständerat ein Honiglecken, weil mangels Geschäften der Montag und fast der ganze Dienstag Bernfrei sein würden. Weit gefehlt. Meine Kandidatur als FDP-Präsident lässt mir auch montags keine Ruhe. Lustig dann doch, in den Zeitungen zum ersten Mal Karikaturen über mich zu sehen: Schweiger als Henne, Schweiger als Polteri. Mir wird erst jetzt bewusst, dass meine Nase offenbar den Rahmen des Üblichen zu sprengen scheint.

Dienstag, 16. März
Das Tessiner Fernsehen macht über mich ein Proträt für die "Tagesschau". Erstaunlich die Fantasie der Regie. Ich soll nicht nur als Politiker gezeigt werden. Man weiss offenbar um meine Unart, alle Akten zu verzeichnen. Dem Kameramann gelingt es, vom Zuschauerraum aus eine solche Zeitung einzufangen. Wenn das mein früherer Zeichnungslehrer wüsste. Er würde sich die Haare raufen, beim Perspektivenzeichnen nicht strenger gewesen zu sein.

Mittwoch, 17. März
Wohltuend, am Nachmittag und am Abend nach Zug für eine geschäftliche Sitzung abtauchen zu können. Öffentlichkeit ist ja durchaus etwas Schönes. Ihr für Stunden entfliehen zu können, ist aber noch schöner.

Donnerstag und Freitag,18. und 19. März
Endlich etwas Zeit, um mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Ständerat zusammen zu sein. Der Druck der Woche findet sein Ventil in vielleicht etwas zu viel Wein. Jedenfalls ist der Schlaf so tief, dass ich die Freitagmorgensitzung ohne den sonst üblichen Morgenkaffee absol-vieren muss. Schlimm ist dies nicht, dauert die letzte Sitzung der Session doch nur eine halbe Stunde - das nämlich reicht für die Schlussabstimmungen und das Schlusswort.

In der Rubrik "Meine Berner Woche" geben die eidgenössischen Parlamentarier aus dem Kanton Zug Einblick in ihr persönliches Tagebuch, das sie während der Session für die "Neue Zuger Zeitung" führen.

Neue Zuger Zeitung

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