Schweiger oder Theiler: Eine Frage des Stils
Etwas Vorlaufzeit hatte der Zuger Rolf Schweiger. Bevor Nationalrat Georges Theiler seine Absicht öffentlich machte, nahm er das Telefon zur Hand und informierte den bisher einzigen Kandidaten für das FDP-Parteipräsidium: Der Luzerner Georges Theiler bewirbt sich als zweiter Kandidat um das FDP-Parteipräsidium.
Schweiger hat Freude
Doch mehr Zeit hätte Ständerat Schweiger auch nicht gebraucht, um sich klar zu werden, was er von Theilers Plänen halten soll. Sein erster "spontaner" Gedanke: "Ich hatte so richtig gehend Freude", sagt Rolf Schweiger. Zum einen, weil es einfach interessanter und "schöner" sei, sich nicht alleine um einen Posten zu bewerben. Zum anderen aber auch, weil eine zweite Kandidatur zeige, dass die FDP sehr wohl eine dynamische Partei sei, so Schweiger. Und: "Es zeugt von Dynamik, wenn einer wie Georges Theiler, der schon länger dabei ist, nicht ermüdet."
Schweiger gegen Theiler - so lautet zumindest bis anhin die Wahl, welche die Delegierten am 16. April haben werden, wenn sie den neuen FDP-Kopf an der Spitze bestimmen. Doch - was kann die Partei von Theiler erwarten? "Er ist ein seriöser, sachlich kompetenter Politiker", beurteilt Schweiger selber seinen Kontrahenten. Und: Theiler teile viele seiner Ansichten, etwa in der Finanz- und Steuerpolitik, ergänzt der Zuger. Doch bleibt den FDP-Mitgliedern bei so viel Übereinstimmung überhaupt eine echte Wahl? Schweiger macht sehr wohl Unterschiede zwischen ihm und dem Luzerner aus, nicht so sehr in der Sachpolitik - sondern im Stil. Was das konkret heisst, formuliert Rolf Schweiger nach einigem Zögern so: "Georges Theiler ist klar und bestimmt, während ich eher der Softie bin." Geschlagen gibt sich der FDP-Ständerat deshalb noch lange nicht und macht deutlich, dass er sich auch über weitere Kandidaturen auf dem Präsidentenkarussell freuen würde. Bis zum 28. März haben die Kantonalparteien noch die Möglichkeit, eine eigene Nomination für das Parteipräsidium einzureichen und damit das Zweierfeld zu erweitern.
FDP-Frauen: Beide wählbar
Passiert bis dahin nichts mehr, ist zumindest heute schon klar, dass künftig ein Zentralschweizer die FDP-Geschicke in der Hand hat. Theiler oder Schweiger, das Rennen ist eröffnet und dessen Ausgang alles andere als klar. Vorerst. Dies zeigt auch die Reaktion der FDP-Frauen, die sich noch nicht festlegen wollen. Nur so viel: "Wir können uns sowohl Rolf Schweiger als auch Georges Theiler als Parteipräsidenten vorstellen", sagt ihre Sprecherin Barbara Perriard. Beide Kandidaten würden den Mutterschaftsurlaub unterstützen. Zudem stünden auch die Frauensektionen in ihren Kantonen hinter den Kandidaten. Deshalb laden die FDP-Frauen die beiden Kandidaten nun zu Hearings ein und wollen erst dann entscheiden, wer von den beiden den Zuschlag erhalten soll.
Neue Luzerner Zeitung


