Wettbewerb im richtigen Moment
Schon mehrmals stand der Luzerner Nationalrat Georges Theiler im Gespräch, wenn es darum ging, jemanden für ein höheres FDP-Parteiamt zu finden. Während Wochen gehörte er dem engeren Favoritenkreis an. Sowohl bei der Nachfolge Franz Steineggers wie jener von Gerold Bührer liebäugelte Theiler zwar mit dem Präsidium, zog sich dann aber mit Hinweis auf die berufliche Belastung im letzten Moment zurück.
Dieses Mal nun will es Theiler wissen. Er tritt als Kandidat für das FDP-Präsidium an. Schon frühzeitig hat er per Ende Jahr für sich selbst die Weichen gestellt und sich beruflich neu orientiert. Den ehemaligen Batigroup-Mann zog es wieder in die Selbstständigkeit, sodass er nun auch zeitlich genug Spielraum für das aufwändige Amt an der Parteispitze hat.
Die Kandidatur von Theiler ist gleich aus zwei Gründen gut und kommt im richtigen Moment. Zum einen für den Luzerner Parlamentarier selber. Er straft all jene Lügen, die ihn schon als ewigen Kandidaten sahen. Der Vorwurf, nur im Gespräch zu sein, am Schluss dann aber die Flinte rechtzeitig ins Korn zu werfen, ist vom Tisch.
Vor allem ist Theilers Entscheid aber für die FDP gut, die momentan eine schwierige Phase durchmacht und seit der Wahlschlappe vom vergangenen Herbst den Tritt noch nicht gefunden hat. Mit Georges Theiler und Rolf Schweiger stehen zwei valable Kandidaten für das Spitzenamt bereit. Dass beide aus der Zentralschweiz kommen, ist nebensächlich. Wichtig ist, dass jene Partei, die immer auf Wettbewerb setzt, nun an der Delegiertenversammlung eine echte Wahlmöglichkeit hat. Ein Richtungsstreit wird deswegen in der FDP nicht ausbrechen. Das wäre für die Partei in der jetzigen Lage nur von Nachteil. So aber ist faire Konkurrenz unter Gleichgesinnten garantiert: Beide haben ihre Vor- und Nachteile, beide sind bürgerlich, und beide dürften beidseits der Sprachgrenze ihre Anhänger haben.
Neue Luzerner Zeitung


