"Lieber im Führerstand als im Schlafwagen"
Der Luzerner FDP-Nationalrat bleibt im Gespräch als möglicher FDP-Präsident
Wollen Sie trotz der Kandidatur von Rolf Schweiger kandidieren?
Georges Theiler: Ich wurde
von der Arbeitsgruppe Personelles angefragt, ob ich bereit wäre,
als Präsident zu kandidieren. Ich habe mir 14 Tage Bedenkzeit
ausbedungen. Diese Zeit ist noch nicht abgelaufen. Mein Entscheid ist also noch nicht gefallen.
Bestünde nicht die Gefahr,
dass sich die Zentralschweizer Kandidaturen gegenseitig die Wahlchancen mindern?
Georges Theiler: Die Frage ist,
ob wir die beiden einzigen Kandidaten wären. Wenn, dann gefährden wir gar nichts.
Wenn nicht, müssen wir uns überlegen, was wir dann tun.
Ginge es bei Ihrer Kandidatur auch
darum, andere politische Akzente zu setzen als Rolf Schweiger?
Georges Theiler: Damit
hat das nichts zu tun. Falls ich tatsächlich kandidiere, hätte das nichts zu tun mit der Kandidatur Schweiger.
Ich bin nun seit acht Jahren im Parlament und habe mich in viele Dossiers und Spezialgebiete eingearbeitet.
Wer mich kennt, weiss, dass ich im Zug lieber im Führerstand sitze und gestalte, als im Schlafwagen zu liegen.
Sie waren schon mehrmals im Gespräch für
Spitzenämter Ihrer Partei. Würde es nicht kontraproduktiv für Sie, wenn Sie erneut absagen?
Georges Theiler: Es stimmt,
ich war schon mehrmals angefragt worden. Doch damals war die Situation anders.
Vorab die geschäftliche Situation liess es nicht zu, dass ich mich noch stärker in der Politik engagiere.
Das ist nun anders, nachdem ich mich selbstständig gemacht habe. Der Einstieg ins Präsidialamt würde nun unter
normalen Voraussetzungen erfolgen.
Haben Sie keine Angst vor einem Imageverlust, wenn
Sie schlussendlich auf eine Kandidatur verzichten?
Georges Theiler: Ich muss das machen,
was ich für richtig halte. Unabhängig von den Kommentaren, die es gäbe.
Jürg Auf der maur
Neue Luzerner Zeitung


