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Ständerat Rolf Schweiger kandidiert nicht

Ich habe mir selbst die Limite gesetzt, bis gestern Sonntag Abend über eine Bundesrats-Kandidatur zu entscheiden. Noch nie habe ich mich mit einem Entscheid so schwer getan. Letztlich waren es drei Gründe, welche mich zu einem Nein bewogen haben:

  1. Seit dem Zeitpunkt, da ich aus Parlamentskreisen erstmals mit dem Wunsch nach einer Bundesratskandidatur konfrontiert wurde, musste ich vermehrt realisieren, dass diverse persönliche und familiäre Gründe gegen einen Wechsel nach Bern sprechen. Diese Gründe waren für meinen Entschluss nicht allein massgebend, wohl aber bedeutsam.
  2. Entscheidend war für mich vielmehr die Beurteilung meiner Wahlchancen im Lichte der neuesten Entwicklung seit den Wahlen. Derzeit gehört die Gunst der Stunde offenbar kantiger und emotionalisierender Politik. Ich dagegen bin ein auf klaren gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Grundsätzen basierender Realpolitiker. Meine politischen Überzeugungen beruhen auf dem Liberalismus und sind somit in wirtschaftspolitischer Hinsicht eher auf der rechten, in gesellschaftspolitischer Hinsicht eher auf der progressiven Seite anzusiedeln. Mein politisches Credo war und ist es, meine Grundsätze mit Konzilianz und Pragmatismus besser durchsetzen zu können als mit einer auf das Persönliche fokussierten Profilierung. Eine solche Art des Politisierens scheint heute weniger gefragt zu sein. Es mag sein, dass dies in den nächsten Wochen ändern wird. Wäre dem so, und wäre solches für mich fraktionsübergreifend erkennbar, schliesse ich eine Neubeurteilung meiner Position nicht aus.
  3. Die konkreten Gegebenheiten haben mich derzeit zur Beurteilung geführt, mich auf meine Stärken als Parlamentarier konzentrieren zu wollen. Aufgrund vieler Anzeichen ist davon auszugehen, dass das nächste Bundesratskollegium ein starkes sein wird. Folge davon wird sein, dass die Kontroversen im Parlament pointierter werden. Parlamentarier, die dabei klare und nicht von Opportunismen geprägte Standpunkte einnehmen, werden dabei eine immer wichtigere Rolle spielen. Als ein solcher Parlamentarier will ich mich profilieren.

Ich bedaure, mit meinem Nein alle jene enttäuschen zu müssen, die mich zu einer Bundesratskandidatur ermuntert haben und bereit gewesen wären, mich dabei zu unterstützen.

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