Dreier-Liste auf ersten Anhieb
Überraschung gestern beim Nominierungsverfahren in der FDP des Kantons Zug: Die Nominierten erreichten alle das erstrebte Ziel im ersten Wahlgang.
Schon hatte man sich auf ein langwieriges «Ausmehren» gefasst gemacht, da konnte Parteipräsident Hans-Peter Brändli schon nach dem ersten Wahlgang für die Nomination der Kandidaturen für den Regierungsrat mitteilen, dass drei Personen das absolute Mehr geschafft hatten. Der bisherige Amtsinhaber Joachim Eder erzielte bei 140 gültigen Stimmen und einem absoluten Mehr von 71 Stimmen deren 128, die Chamer Gemeinderätin Claudia Bourquin und der Stadtzuger Kantonsrat Matthias Michel je 79. Das absolute Mehr verfehlten der Walchwiler Gemeindepräsident Peter Wetter mit 62 und sein Steinhauser Amtskollege Urs Marti mit 36 Stimmen. Die Liste gestaltet sich so: Eder, Bourquin, Michel. «Für die übrigen dem Alphabet nach, das ist salomonisch», ulkte der Parteipräsident, «und die Frau ist in der Mitte, aber nur wegen des Alphabets ?»
Die Kandidaturen
An der Versammlung genoss Amtsinhaber Joachim Eder keinen Vorteil gegenüber den neuen Kandidaturen, nur durfte er sich als Erster vorstellen und wurde aus dem Publikum so unterstützt, dass er die Stimme eines jeden Delegierten verdiene, da er nach dem Attentat die Aufgabe übernommen und rasch in den Griff bekommen habe. Der 51-jährige Eder ist seit Oktober letzten Jahres Gesundheitsdirektors. Claudia Bourquin (54) ist selbstständige Architektin, gehörte dem Kantonsrat und jetzt dem Chamer Gemeinderat an. Sie verwahrte sich dagegen, auf Grund des Frauenbonus nominiert zu werden. Matthias Michel (39) ist Kantonsrat und leitete die Kommission für das neue Steuergesetz; von Beruf ist er Anwalt.
Eine Dreier-Liste
Die Geschäftsleitung hatte beantragt, eine Dreier-Nomination zu treffen. «Mit vier Kandidaturen hatte die FDP bisher stets wenig Erfolg», so Brändli, und der Leiter der Wahlgruppe, der Unterägerer Werner Iten, rief dazu in Erinnerung: «Wir wollen wählen, nicht die anderen.» Das Ziel sei aber «zwei plus einen Regierungsratssitz zu erobern». Eine Liste könne «sehr oft zu gross und selten zu klein ausfallen».
Brändli betonte, die FDP könne «aus einer Position der Stärke heraus» in die Wahlen ziehen. Die Partei sei «staatstragend und politisch bestimmend», das bedeute aber auch Wahrnehmung der Verantwortung. Eder und Michel kommen nicht aus dem Wirtschaftsflügel, die selbstständige spezialisierte Architektin ebenfalls nicht ausgesprochen. Das Bonmot des Abends brachte Kantonsrätin Andrea Hodel aus: «Die CVP findet keine Frau, die SVP sucht keine Frau, die FDP hat die Frau.»
Vertrauensvotum für Schweiger
Der im vierten Jahr amtierende Ständerat Rolf Schweiger, Baar, wurde einstimmig und mit Applaus wieder nominiert. Die Delegierten waren damit einverstanden, dass man hier wieder wie 1998 gemeinsam mit der CVP marschiert.
VON KARL ETTER


